Redaktion

Co-Redaktionsleitung

Matt­hias Hui, Theologe und Redaktor, Bern
Geneva Moser, Geschlechterforscherin und Philosophin, Bern
Laura Lots, Politik- und Islamwissenschaftlerin, Zürich

re­dak­tion(ät)­neu­e­we­ge.ch

Redaktion

Stefanie Arnold, Religionswissenschaftlerin und christkatholische Theologin, Bern
Léa Burger, Religionswissenschaftlerin und Journalistin, Zürich
Dr. Beat Dietschy, Philosoph und Publizist, Bern
Esther Gisler Fischer, Theologin und Pfarrerin, Zürich
Paul Gmünder, Theologe, Luzern
Anja Kruysse, Theologin, Solothurn
Dr. An­dreas Mauz, Literaturwissenschaftler und Theologe, Ba­sel
Benjamin Ruch, Theologe und Gymnasiallehrer, Bern
Kurt Seifert, Sozialwissenschaftler und Publizist, Winterthur

Für die Neuen Wege schreiben u.a.

Melinda Nadj Abonji, Bini Adamczak, Alain Badiou, Peter Bichsel, Bla*sh, Rolf Bossart, Ulrich Duchrow, Bettina Dyttrich, Dorothee Elmiger, Priorin Irene Gassmann, Franz Hinkelammert, Jo Lang, Fredi Lerch, Silvia Regina de Lima Silva, Gerhard Meister, Mascha Madörin, Iren Meier, Adolf Muschg, Mustafa Khalifa, Sarah Schilliger, Antje Schrupp, Franziska Schutzbach, Kurt Seifert, Fulbert Steffensky, Doris Strahm, Luzia Sutter Rehmann, Christiane Tietz,
Nekane Txapartegi, Karin Wenger, Cédric Wermuth, Christa Wichterich, Liao Yiwu und jeden Monat weitere.

Her­aus­ge­be­rin

Vereinigung der Freundinnen und Freunde der Neuen Wege (siehe unten)

Ad­mi­nis­tra­tion, Abos, Wer­be­exem­plare

Ad­mi­nis­tra­tion Neue Wege
Post­fach 1106
8048 Zürich
Tel: 044 447 40 46

in­fo@­neu­e­we­ge.ch

Visuelle Gestaltung, Druck und Webseite

Visuelle Gestaltung: Agentur Bonbon, Zürich

Druck: Druckerei Printoset, Zürich

Programmierung Webseite: attribute gmbh, Zürich

Neue Wege - seit 1906 am Puls der Zeit

Die Zeitschrift Neue Wege setzt sich seit 1906 mit Ent­wick­lun­gen in Po­li­tik, Wirt­schaft, Ge­sell­schaft und Kir­che kritisch aus­ein­an­der. Die Monatshefte sind am Puls einer Zeit, in der die Fragen nach religiösen Werten und dem Verhältnis von Gesellschaft und Religion(en) kontrovers diskutiert werden.

Sozial, politisch und pazifistisch engagierte Theologen gründeten die Neuen Wege im Jahr 1906. Die Zeitschrift baut seither Brücken zwischen re­li­giösen und theo­lo­gi­schen sowie lin­ken ge­sell­schafts­po­li­ti­schen Dis­kur­sen. Die erste Nummer des Gründungsjahres ist noch mit dem betulichen Untertitel Blätter für religiöse Arbeit erschienen. Die damaligen Redaktoren Rudolf Liechtenhan, Benedikt Hartmann und Leonhard Ragaz dachten zunächst nicht an eine Zeitschrift des Religiösen Sozialismus, wie der heutige Untertitel heisst, sondern lediglich an ein Informationsblatt für die Gebildeten aller Stände. Dass die Neuen Wege schon sehr bald dazu übergingen, für die ArbeiterInnenbewegung und gegen den Militarismus Partei zu ergreifen, ist dem überragenden Einfluss von Leonhard Ragaz (1868–1945) zu verdanken. Seine revolutionäre Reichgottestheologie nahm vorweg, was die christliche Ökumene seit den 80er Jahren als ihren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung benennt, neuerdings sogar als «Bekenntnisprozess» zur Überwindung des globalen Kapitalismus. Gerechtigkeit wurde und wird in den Neuen Wegen als demokratischer und genossenschaftlicher Sozialismus verstanden, Frieden als Pazifismus nach Ziel und Methode, Bewahrung der Schöpfung als nachhaltiges Wirtschaften mit sanften Technologien.

Die Neuen Wege haben sich stets in die grossen gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen ihrer Zeit «eingemischt». Sie haben ein Stück Schweizergeschichte des 20. Jahrhunderts mitgeschrieben. Am Ende des Ersten Weltkriegs nahm die Zeitschrift Partei für den Landesstreik vom November 1918, aber gegen den Beitritt der SPS zur Dritten Internationale, der in einer Urabstimmung unter den Parteimitgliedern im September 1919 abgelehnt wurde.

In den Jahren 1942 bis 1944 wurden die Neuen Wege der Vorzensur unterstellt. Der Armeestab begründete die Massnahme mit der angeblich neutralitätswidrigen «Gesamteinstellung der Zeitschrift und ihres Redaktors», der seit den 20er-Jahren vor dem Faschismus und Nationalsozialismus gewarnt hatte. Ragaz stellte darauf das Erscheinen der Neuen Wege ein und verschickte statt dessen die einzelnen Hefte ungebunden und in geschlossenen Briefumschlägen. Im Juli 1944 gab er der wieder erschienenen Zeitschrift den Untertitel Blätter für den Kampf der Zeit.

Nach Ragaz’ Tod im Dezember 1945 war die Vereinigung der Freundinnen und Freunde der Neuen Wege für die weitere Herausgabe der Zeitschrift besorgt. 1977 kamen die aus befreiungstheologischen Impulsen hervorgegangenen «Christen und Christinnen für den Sozialismus» (CfS) dazu und entsandten Willy Spieler (1937–2016) in die Redaktion, während Albert Böhler (1908–1990) die Religiös-soziale Vereinigung vertrat. Die Zeitschrift erhielt den Untertitel: Beiträge zu Christentum und Sozialismus.

Der aktuelle Untertitel Religion. Sozialismus. Kritik zeugt von der Verbundenheit der Neuen Wege mit der religiös-sozialen Bewegung. Die Neuen Wege geben so­wohl Kir­chen als auch Par­teien und so­zia­len Be­we­gun­gen Re­fle­xionsimpulse. Sie tun dies mit theo­lo­gi­schen, sozialwissenschaft­li­chen und öko­no­mi­schen Ana­ly­sen, mit Ge­sprächen, Er­fah­rungs­be­rich­ten, Rezen­sio­nen, Me­di­ta­tio­nen und li­te­ra­risch-​essayis­ti­schen Bei­trä­gen. Die Zeitschrift ist der Ökumene und dem in­ter­re­li­giö­sen Ge­spräch und Ler­nen stark ver­pflich­tet. Sie för­dert die Ar­beit an einer Politik und Kultur, in der die Men­schen­rech­te, Geschlechtergerechtigkeit, Ge­walt­frei­heit und Mit­ge­fühl zentrale Be­deu­tung ha­ben.

In einer Me­dien­land­schaft, die von Mo­no­kul­tu­ren gros­ser Ver­lags­häu­ser ge­prägt ist und in der journa­lis­ti­sche Qua­lität und de­mo­kra­ti­sche Viel­falt unter Druck sind, bestehen die Neuen Wege als älteste gesellschaftspolitische Monatszeitschrift der Schweiz. Seit ihrer Gründung stehen die Neuen Wege ein für die Frei­heit des Wor­tes und die Unabhängigkeit ihrer Autorinnen und Autoren ein und werden als Stimme der kritischen Öffentlichkeit beachtet.

Die Geschichte der Neuen Wege ist dokumentiert von Willy Spieler, Stefan Howald und Ruedi Brassel-Moser im Buch Für die Freiheit des Wortes. Neue Wege durch ein Jahrhundert im Spiegel der Zeitschrift des religiösen Sozialismus, Zürich 2009.

Verein

Die «Vereinigung der Freundinnen und Freunde der Neuen Wege» ist für die Herausgabe der Zeitschrift besorgt.

Die Vereinigung ist als Verein konstituiert und von einem Vorstand geleitet. Die Vereinsversammlung ist oberstes Organ, sie kommt üblicherweise einmal im Jahr zusammen. Die Vereinigung führt weitere Veranstaltungen nach Bedarf durch.

Co-Prä­si­di­um

Elisabeth Aeberli, *1950, katholische Theologin. 

Christian Walti, *1982, Liturgiewissenschaftler und reformierter Pfarrer. 

Mitglieder

Köbi Gantenbein, *1956, Journalist und Verleger von Hochparterre, der Zeitschrift für Architektur und Design.

Helena Rust, *1987, Islamwissenschaftlerin und Geschlechterforscherin. 

Lino Sibillano, *1965, Grenzgänger und Brückenbauer. Langjähriger Leiter einer Fachschule für Gestaltung.

Feline Tecklenburg, *1992, Politikwissenschaftlerin mit Schwerpunkt auf politischer Ökonomie.