«Was war das für eine seltsame Theologie, die wir vorher betrieben haben?»

Laura Lots, 1. Januar 2018
Neue Wege 1-2/2018

Josée Ngalula (Demokratische Republik Kongo), Brigitte Rabarijaona (Madagaskar), Verena Naegeli und Ina Praetorius (beide Schweiz) wurden im November 2017 für ihr Buch «There is something we long for – Nous avons un désir» mit dem Marga Bührig Preis ausgezeichnet. Seit sieben Jahren tauschen sie sich über Tsena Malalaka, ein Netzwerk für Theologinnen aus Europa und Afrika, aus.

Was bedeuted Tsena Malalaka?

Brigitte Rabarijaona: Tsena Malalaka ist ein madagassischer Ausdruck. Tsena bedeutet Marktplatz. Malalaka ist ein offener Raum, in dem alle willkommen sind. Unser Netzwerk ist ein Ort, an den wir kommen, wie wir sind, an dem wir unsere Gedanken und unsere Theologien austauschen. Deshalb haben wir vor sieben Jahren diesen Namen ausgesucht, als wir entschieden hatten, die Gruppe zu gründen.

Der Titel des Buches, das Sie zusammen herausgegeben haben, ist: There is something we long for – Nous avons un désir. Wonach sehnt sich Tsena Malalaka?

Verena Naegeli: Zu Beginn war es der Wunsch, miteinander in Kontakt zu bleiben. Ina Praetorius war in Kinshasa und hat Josée Ngulala getroffen, ich war in Madagaskar und traf Brigitte Rabarijaona. Wir wollten etwas erschaffen, um in Verbindung zu bleiben. 2010 war die Zeit reif: Tsena Malalaka wurde gegründet. Das Netzwerk hilft uns, den Kontakt zu halten, trotz Entfernung und unterschiedlicher Kontexte. Ich habe den Wunsch, unsere Beziehungen weiterzuführen und mehr über unsere verschiedenen Lebensumstände zu lernen.

Ina Praetorius: Mir gefällt, dass wir nicht mehr warten. Normalerweise ist es so: Du hast eine Idee, dann stellst du einen Antrag bei einer Institution. Dann wartest du, dann bekommst du Geld oder auch nicht, dann wartest du wieder und so weiter. Als ich 2008 zum ersten Mal im Kongo war und Verena Naegeli in Madagaskar, war es anders: Wir haben einfach angefangen. Man nennt das Start-up. Das ist zwar ein Begriff aus der neoliberalen Ökonomie, aber er passt zu uns. Mir gefällt, dass wir in kurzer Zeit viel in die Welt gesetzt haben: Konferenzen, Webseiten, ein Buch. Wir machen keine bürokratischen Umwege. Wenn wir eine zündende Idee haben, setzen wir sie um.

Brigitte Rabarijaona: Wir haben Koordinatorinnen, aber keinen Vorstand. Entscheidungen treffen wir gemeinsam mit allen Mitgliedern, denn Tsena Malalaka entsteht und besteht aus persönlichen Beziehungen. Wir wünschen uns, dass dies so bleibt – wir wollen nicht eine riesige Institution werden. Wichtig ist der interkulturelle Aspekt, beide Kontinente waren an der Geburt von Tsena Malalaka beteiligt.

Josée Ngalula: Wichtig ist auch die ökumenische Dimension. Wir waren Katholikinnen und Protestantinnen, das hat sich spontan ergeben, und wir haben entdeckt, dass wir ökumenisch sind.

Verena Naegeli: In unserem Schweizer Kontext heisst es oft: «Wir helfen, wir gehen nach Afrika!» Bei Tsena Malalaka gehen wir davon aus, dass wir in der Erfahrung unseres Glaubens gleichberechtigt sind. Auch wenn es materielle Unterschiede gibt – in der Schweiz haben wir mehr Möglichkeiten, Geld aufzutreiben. Der Marktplatz von Tsena Malalaka hat kein Gefälle. Es gibt nicht eine Seite, die helfen will und Projekte für die anderen entwirft und ihnen sagt, wie sie sein sollten.

Josée Ngalula: Es ist die erste Gruppe, in der ich diese Gleichberechtigung zwischen den Kontinenten erfahre. Das ist sehr wichtig!

Sie haben die Bedeutung persönlicher Beziehungen angesprochen. Was bedeutet das in der Theorie und Praxis von Tsena Malalaka?

Ina Praetorius: Das sind ganz konkrete Dinge. Wir laden einander zu uns nach Hause ein, statt uns in Hotels oder Konferenzzentren zu treffen. Wenn man sich auf persönliche Beziehungen verlässt, kann man nicht schnell ein grosser Verein werden. Aber das wollen wir ja auch nicht. Den Wachstumszwang der neoliberalen Ideologie haben wir durchschaut. Wir lassen uns Zeit für Freundinnenschaft, gleichzeitig sparen wir uns institutionelle Umwege. So sind wir langsam und schnell zugleich. Das wäre vielleicht der Anfang einer Tsena-Malalaka-Theorie.

Brigitte Rabarijaona: Mitglied von Tsena Malalaka kannst du nur werden, wenn dich eine Frau im Netzwerk vorschlägt. Die persönliche Verbindung ist wichtig, dadurch können wir uns als Freundinnen zusammen auf den Weg machen – nicht nur als Mitglieder.

Verena Naegeli: Für mich ist es wichtig, dass ich gerne mit den anderen zusammen bin und arbeite. Das Buch war harte Arbeit, aber es war auch ein Vergnügen, es gemeinsam zu machen. Niemand verdient etwas in unserem Netzwerk.

Josée Ngalula: Wir sind Theologinnen. Aber das Herz von Tsena Malalaka sind unsere Beziehungen als Freundinnen. Die Grundlage unserer Gespräche ist unser tägliches Leben. Wir sprechen über glückliche und schmerzhafte Ereignisse. Innerhalb dieses Gesprächs betreiben wir Theologie.

Ina Praetorius: Unsere Theologie hat die Form einer Geschichte. Sie entwickelt sich. So bleibst du immer neugierig, weil du nie weisst, was als Nächstes passiert.

In Ihrem Buch wird lebendig über Theologie geschrieben, in Form von Reiseberichten, Gedichten, Gebeten und Essays. Auf jeden Beitrag folgt ein Kommentar. Welche Lücke füllt diese Art des Theologietreibens?

Josée Ngalula: Ich bin katholisch. Für mich ist das Bild der offiziellen Theologie eine Art monolithischer Block. Der Block ist geschlossen, begrenzt. Im Inneren des Blocks gibt es wenig Lebendigkeit, es bewegt sich kaum etwas. Wir bei Tsena Malalaka bewegen uns viel, das sieht man in unserem Buch. Ein Gedicht ist Theologie, ebenso ein Lied, Malerei, ein Essay. Für mich, für eine jüngere Generation ist es wichtig zu entdecken, dass Theologie lebendig ist.

Brigitte Rabarijaona: Alle Beiträge beginnen mit persönlicher Erfahrung. Unsere Forschung geht aus von Begegnungen mit Menschen oder Orten. Konkrete Situationen geben uns Ideen zum Nachdenken und Schreiben. Wir haben das Buch nicht für AkademikerInnen gemacht, sondern für alle.

Verena Naegeli: Unser Buch zeigt, wie sehr Denken und theologische Visionen vom Kontext geprägt sind. Wir wollen nicht die objektive Wahrheit über etwas haben. Das kann herausfordernd sein. In unserem Buch gibt es einen Artikel von Elizabeth Vengeyi, einer Theologin aus Simbabwe. Sie vergleicht anhand von Johannes 4, 1-30 die Stellung der Juden mit der kolonialen Macht in Simbabwe. Es ist interessant, wie sie es macht. Im europäischen Kontext ist der Vergleich allerdings problematisch. In Europa sind wir vorsichtig, wenn es um Aussagen über «die Juden» geht.

Ina Praetorius: Das Buch ist so dialogisch wie die Gruppe. Zu Elizabeth Vengeyis Text hat zum Beispiel Tania Oldenhage, eine deutsche Theologin, die über den Holocaust geforscht hat, einen Kommentar geschrieben. Wir  können die Differenz zwischen dem deutschen und dem simbabwischen Kontext nicht auflösen, aber wir können sie darstellen und handhabbar machen, indem wir Text und Kommentar nebeneinander stehen lassen. So gerät etwas in Bewegung. Diese Art, dialogisch zu arbeiten, wird oft postuliert: «Wir müssen kontextsensitiv sein, wir sollten nicht hierarchisch denken.» Man kann es auch einfach tun! Man muss die Theorie, die in unseren Texten steckt, suchen. Sie wird nicht platt konstatiert, sondern wächst in und aus Lebensgeschichten. In Josée Ngalulas Text gibt es dafür ein gutes Wort: «La circulation de la parole».

Verena Naegeli: Für mich war es interessant, Tendenzen zu entdecken, anhand derer man erkennt, ob die Autorin
aus Europa oder Afrika kommt. In fast allen Texten der Europäerinnen nimmt das «Ich» viel Raum ein. Vielleicht lässt sich das mit den Möglichkeiten und individualistischen Freiheiten, die wir Europäerinnen haben, erklären. In den Texten der Afrikanerinnen ist das «Ich» nicht so präsent, stattdessen ist das Teil-Sein einer Gemeinschaft stärker. Sie sind mehr eingebunden in Bewegungen, die nach sozialem Wandel streben. Aber vielleicht denke ich da zu sehr in Klischees, und ihr seid damit nicht einverstanden?

Brigitte Rabarijaona: Ich stimme dir völlig zu! Es gibt noch einen anderen Unterschied: Wir Afrikanerinnen tendieren dazu, sehr formal zu schreiben. Die Europäerinnen sind freier, schreiben Gedichte oder Gebete. In unserer afrikanischen Kultur sind wir nicht so verbunden mit der geschriebenen Literatur, sondern mit der mündlichen. Wenn wir schreiben, ist unser unterbewusster Gedanke, dass es «formal» sein müsse.

Josée Ngalula: Aus meiner pastoralen Arbeit habe ich denselben Eindruck. Als ich Frauen in meiner Gemeinde bat, von Gott zu sprechen, von Spiritualität, von Kirche und Glaube, da haben viele ein Lied geschrieben. Denn Lieder sind mündlich. In Afrika drückst du deine Ideen mündlich aus.

Die Zentralität der Beziehungen, das Ausgehen von der Erfahrung, der Umgang mit Unterschieden – das erinnert an differenzfeministische Theorie und Praxis. Fühlen Sie sich wohl mit dem Label «feministisch»? Auf der Webseite von Tsena Malalaka findet sich der Begriff nicht.

Josée Ngalula: In vielen afrikanischen Ländern benutzen wir das Wort «feministisch» nicht. Die Geschichte Afrikas und des Kolonialismus lassen uns «Ismen» verdächtig sein. In unserem Projekt haben wir uns nicht gefragt, ob wir feministisch sind oder nicht. Wir teilen einfach, was wir sind. Für mich ist nicht das Wort wichtig, sondern die Art, wie ich Theologie treibe, und die Botschaft, die Menschen von mir hören.

Brigitte Rabarijaona: Wir sind Feministinnen in der Art und Weise, wie wir Dinge tun und wie wir sprechen. Aber wir müssen das Wort nicht unbedingt in unser Buch oder auf unsere Webseite schreiben. In Madagaskar ist «feministin sein» ein negativ besetzter Begriff, weil es ein westliches Konzept ist.

Verena Naegeli: Für mich war es eine Befreiung, die feministische Theologie kennenzulernen. Für mich ist «feministisch» ein gutes Wort. Aber ich verstehe und respektiere, dass es andere Assoziationen im interkulturellen Kontext gibt – beispielsweise, dass der Feminismus vor allem von weissen Frauen aus der Mittelschicht entwickelt wurde.

Ina Praetorius: Ich habe eine lange Geschichte mit dem F-Wort. Der Feminismus ist und bleibt meine Basis. Aber der Begriff hat mich zunehmend behindert: Ständig musste ich erklären, was ich mit Feminismus meine. Inzwischen nenne ich mich «postpatriarchale Denkerin». «Postpatriarchal» gefällt mir als Begriff im Übergang, ähnlich wie «postkolonial».

Wie findet der Austausch bei Tsena Malalaka statt?

Brigitte Rabarijaona: Wir tauschen uns per Mail aus und organisieren kleine Treffen. Wir bitten zum Beispiel alle Mitglieder, einen Artikel oder Kommentar zu einer Bibelstelle zu schreiben.

Ina Praetorius: Tsena Malalaka ist ohne das Internet kaum denkbar.

Verena Naegeli: Das ist wahr. Allerdings sind die Möglichkeiten einer guten Internetverbindung unterschiedlich in Europa und Afrika. Josée Ngulala und Brigitte Rabarijaona haben für afrikanische Standards gute Verbindungen. Aber manchmal müssen wir warten.

Brigitte Rabarijaona: Für das Buch war das eine Herausforderung. Aber es funktioniert, wenn wir flexibel sind, sobald es um Zeit geht.

Ina Praetorius: Uns Europäerinnen tut Verlangsamung gut. Sie intensiviert das Denken.

Tsena Malalaka verbindet Kulturen, Sprachen, Orte. Das ist anspruchsvoll, vor allem vor dem Hintergrund der kolonialen Geschichte und Gegenwart. Wie gehen Sie mit Missverständnissen und Konflikten um?

Ina Praetorius: Das ist eine interessante Frage. Könnt ihr euch an einen schwerwiegenden Konflikt erinnern?

Brigitte Rabarijaona: Wir haben manchmal Meinungsverschiedenheiten, wenn wir ein Thema diskutieren. Das ist Teil unserer Diversität. Wir haben nicht immer dieselben Ideen zu einer Frage. Aber wir können unsere Ideen zusammenbringen, und sie damit reichhaltiger machen.

Josée Ngalula: In der Theologie ist Uneinigkeit sehr wichtig, weil sie uns daran erinnert, dass niemand im Besitz der Wahrheit ist.

Verena Naegeli: Es gibt einen Aspekt auf einer anderen Ebene, den ich manchmal schwierig finde: die Unterschiede in materieller Hinsicht – Geld. Wenn ich beispielsweise mit einer afrikanischen Kollegin reise, ist es wahrscheinlich, dass ich bezahle. Für mich ist das schön, dass ich andere einfach einladen kann. Ich habe die «Macht», grosszügig zu sein und etwas Gutes zu tun. Aber eigentlich ist das eine heikle Situation in Bezug auf Machtstrukturen. Für mich ist es wichtig, sich dessen bewusst zu sein und darüber nachzudenken.

Ina Praetorius: Tatsächlich haben wir bisher wenig über die Frage unserer materiellen Ressourcen gesprochen. Wahrscheinlich würde sich herausstellen, dass es auch hier nicht einfach «die Europäerinnen» und «die Afrikanerinnen» gibt, sondern viele Arten, wie wir uns finanzieren und mit Geld umgehen. Zum Beispiel weiss ich nicht, welches Verhältnis Josée Ngalula als Ordensfrau in Kinshasa zu Geld hat. Ein spannendes neues Thema!

Brigitte Rabarijaona: Ja, aber es war nie ein Hindernis für unser Projekt, höchstens ein Thema auf persönlicher Ebene. Es gibt auch keinen obligatorischen Mitgliederbeitrag. Wer etwas bezahlen kann, bezahlt. Wir wollen nicht, dass Geld ein Hindernis für unser schönes Projekt wird.

Ina Praetorius: Es gefällt mir, dass du in diesem Zusammenhang von «Schönheit» sprichst. Wir erschaffen etwas Schönes, und deshalb passen wir auf, dass wir es nicht zerstören. Vielleicht wäre es gefährlich, dem Geld zu viel Raum in unseren Gesprächen zu geben? Weil es stört oder zerstört?

Josée Ngalula: Ich gehöre vielen TheologInnen-Vereinigungen in Afrika an. In den meisten sind vor allem Männer. Und sie hatten von Anfang an entschieden: «Keine Mitgliedschaftsgebühren, in Afrika haben wir kein Geld.» Aber so einfach ist es nicht. Manchmal gibt es in Afrika Geld, manchmal nicht. Bei Tsena Malalaka haben wir darüber diskutiert, das hat mir gefallen. Wir haben uns geeinigt, dass jedes Mitglied selbst entscheidet, ob es ihr möglich ist, zu bezahlen. Es ist eine Frage des Gewissens.

Wie hat Tsena Malalaka Sie als Menschen und Theologinnen verändert?

Brigitte Rabarijaona: Ich bin Pfarrerin in der reformierten Kirche in Madagaskar, die meisten meiner Kollegen sind Männer. Andere Theologinnen zu treffen, hat mich als Theologin und als Person offener gemacht – und sensibler für feministische Themen.

Josée Ngalula: Bevor ich meine Freundinnen von Tsena Malalaka kennengelernt habe, war meine Vorstellung von europäischen Theologinnen, dass sie alle Männer hassen. Ich habe entdeckt, dass das nicht wahr ist und das Klischee verworfen. Durch den Austausch und die Diskussion mit meinen Freundinnen von Tsena Malalaka habe ich mein eigenes Denken entdeckt. Ich habe meine Gedanken vorher mit Männern geteilt, denn dort, wo ich arbeite, sind wir nur zwei Frauen. Unsere Diskussionen sind normalerweise kein Austausch über unser Leben, sondern über abstrakte Ideen. Durch Tsena Malalaka habe ich begonnen, Erfahrungen aus meinem Leben zu teilen und freier über Theologie nachzudenken.

Verena Naegeli: Es ist ein grosses Privileg, Menschen in anderen Ländern zu kennen und etwas über andere Kontexte zu lernen – nicht als Touristin, sondern durch den Besuch bei Freundinnen. Das ist das eine. Das andere ist: Mir wird bewusst, dass ihr nicht «die Anderen» seid. Wenn ich euch anschaue, seid ihr zuerst «die Afrikanerinnen», dann kommen die Projektionen und Vorurteile. Aber das ändert sich, je näher ich euch als Personen kennenlerne. Natürlich sind wir dann immer noch von verschiedenen Kontinenten, aber es geht nicht länger um «das Andere». Gestern hatten wir eine Veranstaltung mit Fragen aus dem Publikum. Da fiel mir auf, wie weit weg Afrika für die meisten Menschen in der Schweiz ist. Die Fragen haben gezeigt, dass es keine echte Verbindung gibt. Ich weiss nicht genau, auf welche Weise ihr mich verändert habt, aber es ist wirklich ein grosses Privileg, in dieser lebendigen Beziehungsdynamik zu sein.

Ina Praetorius: Auf meiner theologischen und denkerischen Reise ist Tsena Malalaka ein wichtiger Schritt vom Postulat zur Erfahrung, dass kontextuelle Theologie möglich ist. Und dass es gar nicht so schwierig ist, wenn man einfach anfängt: Ich gebe, was ich zu geben habe, du gibst, was du zu geben hast. So kommen wir vom Beklagen scheinbar auswegloser Umstände zum Handeln. Inzwischen frage ich mich: Was war das für eine seltsame Theologie, die wir vorher betrieben haben? Ohne Kontext? Ein abstraktes Gebäude aus haltlosen Wörtern?

Das Gespräch wurde auf Englisch geführt und anschliessend übersetzt.

Buchtipp → Verena Naegeli, Josée Ngalula, Ina Praetorius, Brigitte Rabarijaona: Nous avons un désir – There is Something We Long For. Editions Tsena Malalaka 2015.
Bestellbar über coordination@malalaka.org

Dr. Soeur Josée Ngalula, *1960, lebt in Kinshasa in der Demokratischen Republik Kongo. Sie arbeitet als katholische Theologin in Lehre und Forschung und als Seelsorgerin in den Gemeinden von Kinshasa.

Dr. Brigitte Rabarijaona, *1975, ist Theologin und Pfarrerin in der reformierten Kirche in Madagaskar. Zurzeit arbeitet sie in Nairobi, Kenia, als Global Translation Advisor für die United Bible Societies. Sie ist eine der beiden Koordinatorinnen des Netzwerks Tsena Malalaka.

Dr. Verena Naegeli, *1955, ist Theologin und arbeitet Teilzeit als Pfarrerin in der Eglise réformée zurichoise de langue française. Sie ist eine der beiden Koordinatorinnen des Netzwerks Tsena Malalaka.

Dr. Ina Praetorius, *1956, ist Theologin, lebt in Wattwil, arbeitet als freischaffende Autorin, Bloggerin und Politaktivistin. In den 1990ern war sie Mitglied der Redaktionskommission der Neuen Wege.

  • Laura Lots,

    *1987, ist Mutter und Hausfrau, lohnarbeitet als Projektkoordinatorin in der Gleichstellung und in der Redaktionsleitung der Neuen Wege. Feministisch aktiv ist sie im Frauen*Zentrum in Zürich und bei der «Eidgenössischen Kommission dini Mueter».