Neue Wege

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Leitlinien Neue Wege 2016

1. Rote Hefte mit Geschichte und Zukunft

Die unabhängige schweizerische Monatszeitschrift NEUE WEGE setzt sich seit 110 Jahren kritisch mit den Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kirche auseinander. Sie tut dies auch in Zukunft. Ihr Name bleibt Programm.

Die NEUEN WEGE pflegen das Erbe des Religiösen Sozialismus und entwickeln es kreativ weiter. Die NEUEN WEGE verstehen die Tradition des Zürcher Theologen Leonhard Ragaz und der religiös-sozialen Bewegung als Inspiration für aktuelle Entwürfe einer anderen Welt.

2. Provokativ und unverwechselbar: Die Verknüpfung von Religion und Sozialismus

Die NEUEN WEGE leisten «Beiträge zu Religion und Sozialismus», so ihr Untertitel. Sie befassen sich mit Religion und Sozialismus als umstrittene, irritierende, provozierende Begriffe. Die NEUEN WEGE beziehen sich auf die Traditionen des Sozialismus und der Kirchen – gerade auch in der radikalen (Selbst-)Kritik und durch ihre Erneuerung. Die NEUEN WEGE zeigen, weshalb Religion und Sozialismus von manchen belächelt werden und manche ermüden, aber weiterhin fruchtbar sind. Sie sehen in den beiden Traditionen mehr als eine Geschichte der Kämpfe um den wahren Glauben, mehr als geschlossene dogmatische Systeme, in denen Menschen mit Gewalt beherrscht und unterdrückt werden. Religion und Sozialismus – und damit die NEUEN WEGE - stellen immer auch das in Frage, was ist. Sie liefern Analysen, Bilder und Geschichten für ein gutes Leben. Sie ermöglichen den Glauben an eine radikal andere, gerechtere Welt. Die NEUEN WEGE ringen um konkrete und befreiende Wahrheit.

Die NEUEN WEGE stehen in der (medien)politischen Landschaft der Schweiz einzigartig und unverwechselbar da: Sie verknüpfen religiöse und theologische mit linken, gesellschaftspolitischen Diskursen. Sie speisen sich dabei aus vielen Quellen, auch unorthodoxen. Und sie stellen sie auf alle Seiten hin zur Debatte – bei säkularen politisch Engagierten wie auch in den Kirchen, bei religiösen Gemeinschaften und Gruppen. Die Zeitschrift übernimmt eine Brückenfunktion zwischen verschiedenen fortschrittlichen Milieus und Gruppen. Die NEUEN WEGE fordern sowohl die Kirchen als auch die linken Parteien und sozialen Bewegungen zu einer konsequenteren theoretischen Reflexion ihrer Politik und zu einer mutigeren Praxis in verbindlicheren Allianzen heraus.

Die NEUEN WEGE bieten Orientierung in der postsäkularen Gesellschaft der Moderne, die im 21. Jahrhundert – für manche wider Erwarten – vielfältig mit globalen Systemen von Religion, Fragen von Glauben und Ideologien des Fundamentalismus konfrontiert ist und bleibt.

Die NEUEN WEGE vertreten eine aufgeklärte Befreiungstheologie und emanzipatorische Religionskritik. Diese sind gerade heute besonders notwendig: Erstens gegenüber einem grenzenlosen Kapitalismus und Markt-Fundamentalismus als Götzenreligion, in dem alles Leben und auch der Tod immer noch stärker zur Ware werden. Zweitens gegenüber neo-fundamentalistischen Gruppierungen – in allen Religionen -, welche Gewaltherrschaft, Sexismus und Homophobie, Nationalismus und Ethnozentrismus befördern. Und drittens gegenüber einer billigen linken Religionskritik und einem damit verbundenen, eurozentrischen Fortschrittsglauben. Religion braucht für die NEUEN WEGE nicht Opium des Volkes zu sein; sie ist auch Protest gegen das Elend und Ausdruck des Seufzens der bedrängten Kreatur.

Die NEUEN WEGE bringen Denkansätze emanzipatorischer Theologien ins öffentliche Gespräch ein. Dabei sind Konzepte des Reiches Gottes, des Guten Lebens für alle, des Lebens in Beziehung, der Sorge füreinander und für die Schöpfung leitend. Die Theologie der NEUEN WEGE speist sich aus der eigenen Tradition des Aufbruchs aus der Knechtschaft und der messianischen Solidarität. Die NEUEN WEGE sind darüber hinaus dem interreligiösen Gespräch und Lernen stark verpflichtet.

3. Auf dass die Welt nicht so bleibt

In den NEUEN WEGEN stehen Entwicklungen in der Schweiz im Zentrum. Das Interesse gilt aber der ganzen Welt, vor allem ihren Rändern. Die NEUEN WEGE beleuchten die Krisen, die das Gesicht der Welt des 21. Jahrhunderts prägen.

In den NEUEN WEGEN werden Alternativen entworfen. Es geht um solidarisches Wirtschaften, um die Teilhabe aller an der Gesellschaft, um die Demokratisierung sämtlicher Lebensbereiche, gerade auch der Wirtschaft –jenseits des Kapitalismus und des Patriarchats. Die NEUEN WEGE suchen nach neuen Verhältnissen zwischen bezahlter und unbezahlter (Care-)Arbeit, zwischen Mann und Frau, zwischen Mensch und Schöpfung, zwischen Nord und Süd. Die NEUEN WEGE geben den VerliererInnen, den Ausgeschlossenen eine Stimme, sie ergreifen die Option für die Armen.

Die NEUEN WEGE widersetzen sich jeder Form von Ausgrenzung von «Anderen“ und erinnern an frühere TrägerInnen dieses Widerstands und ihre Bewegungen. Sie wehren sich gegen Herrschaft der einen über die anderen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Religion, ihrer Herkunft, ihrer Klasse, ihres Körpers usw. Die NEUEN WEGE setzen sich ein gegen fixe Zuschreibungen von Identitäten und sehen gleichzeitig Differenzen zwischen Menschen und Gruppen als Vielfalt der Lebensmöglichkeiten und Bereicherung der Diskurse. Die NEUEN WEGE fördern die Arbeit an einer Kultur, in der die Menschenrechte, Gendergerechtigkeit, Gewaltfreiheit und Mitgefühl zentrale Bedeutung haben.

4. Alternatives Medium in der Monokultur

Die NEUEN WEGE sind die älteste Monatszeitschrift der Schweiz. Sie gehören sowohl unter den linken als auch unter den kritisch-religiösen Zeitschriften zu den wenigen noch existierenden. Sie bestehen als kleine, widerstandsfähige Pflanze in einer Medienlandschaft im Umbruch, die von Monokulturen grosser Verlagshäuser geprägt ist und in der journalistische Qualität und demokratische Vielfalt nicht mehr viel zählen. Die NEUEN WEGE glauben an die Freiheit des Wortes, auch an die Freiheit ihrer AutorInnen.

Im Kampf um die öffentliche Deutungshoheit sind die NEUEN WEGE eine kleine, aber beachtete Stimme der kritischen Gegenöffentlichkeit. Wer sich für Debatten um Religion und Politik in der deutschen Schweiz interessiert, nimmt sie wahr, zitiert und bekämpft sie. Wer die Neugierde an befreiender Spiritualität und fortschrittlicher Theologie wachhalten möchte, kommt um die NEUEN WEGE nicht herum.

Die NEUEN WEGE begegnen in ihrer Sprache und ihrer inhaltlichen Ausrichtung Zynismus und Resignation und schaffen Raum für Hoffnung. Nicht zuletzt dank Ästhetik, Stil, Selbstkritik und Humor. Sie tun dies – immer exemplarisch – in theologischen, sozialwissenschaftlichen, ökonomischen Analysen und Reflexionen, mit Gesprächen, durch Erfahrungsberichte, Rezensionen, Meditationen und literarisch-essayistische Beiträge. Jedes Heft hat, neben weiteren Beiträgen, einen inhaltlichen Schwerpunkt als Herzstück und Gesicht gegen aussen.

5. Stimme im öffentlichen Raum

Die NEUEN WEGE verstehen sich als Intervention im öffentlichen Raum.

Im Zentrum steht die Monatszeitschrift. Die NEUEN WEGE glauben an die Zukunft der gedruckten Zeitschrift. Ihre Form ist historische Kontinuität und heutige Provokation zugleich. Die Periodizität ermöglicht Zeitgenossenschaft und Intervention. Der beschränkte Raum verlangt eine Auslese. Die Zeitschrift bietet einen monatlichen Lesegenuss, aufklärerische Erkenntnis und Handlungsperspektiven. Der Auftritt und die Inhalte der Zeitschrift bieten Anknüpfungspunkte auch für junge LeserInnen.

Wesentliche Inhalte der NEUEN WEGE sind im Internet zugänglich. Durch eine aktive Bewirtschaftung im Netz und in Sozialen Medien finden sie so ein zusätzliches Publikum – über Alters-, Landes- und Milieugrenzen hinweg. Dies geschieht in attraktiver, spielerischer und interaktiver Form. Die NEUEN WEGE verfolgen tendenziell eine Open-Access-Politik.

Die NEUEN WEGE pflegen die Netzwerke aktiv, deren Teil sie sind. Die NEUEN WEGE sind Träger öffentlicher Veranstaltungen, wenn möglich in festen Kooperationen mit weiteren Organisationen, Bewegungen und Medien. Veranstaltungen, Seminare, Konferenzen nehmen Inhalte der Zeitschrift auf, bereiten sie vor oder stellen sie in einen grösseren Rahmen. Die NEUEN WEGE glauben an das Live-Gespräch, an die reale Begegnung, an Inspiration in der Auseinandersetzung.

Debatten der NEUEN WEGE werden in einzelnen Publikationen aufgearbeitet und vertieft. Sie werden in Eigenregie, in Kooperation mit anderen Trägern oder durch die Unterstützung Dritter realisiert.