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100 Jahre Wipkinger Glockenstreik

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Die Rede von Pfarrer Ernst Altwegg vom 2. September 1917

«Ich bin beauftragt, lhnen die Gründe darzulegen, welche die Kirchenpflege bewogen haben, an der Bundesfeier vom 1. August dieses Jahres die Kirchenglocken nicht läuten zu lassen.

Ich glaube, dass dieser Beschluss bei vielen deshalb Ärgernis hervorgerufen hat, weil es nun mal hergebrachte Sitte ist, zu läuten. Die anderen läuten; also müssen wir es auch tun. Welche Schande, wenn in unserer Kirchgemeinde die Glocken schweigen! Sitte und Herkommen spielen ja in der Menschheit leider nur zu oft noch eine verhängnisvolle Rolle. So lange man weiss, hat es Arme und Reiche gegeben, und haben die Reichen auf Kosten der Armen gelebt. Welch’ ein Verbrechen, zu denken, dass es einmal anders werden müsse. Soweit wir in der Weltgeschichte zurücksehen können, haben die Völker auf Kommando ihrer Machthaber zu den Waffen gegriffen und sich gegenseitig hingemordet. Also ist es eine Pietätlosigkeit, wenn man im Volke da und dort zu denken beginnt: ‹Wenn ihr grossen Hanse miteinander Händel haben wollt, so schiesst ihr euch selber tot; uns geht das nichts an.› (...)»

So begann Pfarrer Altwegg seine Predigt, die die reformierte Kirchgemeinde Zürich-Wipkingen – mit Anmerkungen von Peter Egloff – neu herausgegeben hat.

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